Kommunales Gis

Im Folgenden werden ein paar Anwendungsmöglichkeiten für ein Kommunalen GIS dargestellt. Auch in diesem Bereich gilt, dass die individuelle Gestaltung nach den Wünschen unserer Kunden die oberste Priorität hat. Sie bestimmen, ob Sie Ihre Kommune mit einem umfassenden Gis, oder mit einem sehr einfach gehaltenen Informationssystem ausstatten wollen. Für eine Beratung stehen wir Ihnen daher sehr gerne zur Verfügung.

Fachanwendung Bebauungsplan und Flächennutzungsplan

Die bei einem Bebauungsplan und einem Flächennutzungsplan zu berücksichtigen ökologischen Gesichtspunkte der Planung müssen in einem kommunalen Gis ebenso berücksichtigt werden können, wie die volle Nutzung aller anderen verfügbaren Informationen (z.B. Leitungsnetze oder Katasterinformationen). Als Kartenbasis für einen Bebauungsplan ist es daher mehr als sinnvoll die ALK, soweit vorhanden, zu nutzen. Aber auch DXF- oder Rasterdaten können als Basisdaten zugrunde gelegt werden.

Fachliche Planung

Die fachliche Planung im Anwendungsbereich Bebauungsplan muss alle Objekte nach § 9 BauGB enthalten. Gleiches gilt für den Flächennutzungsplan, indem die Vorgaben des § 5 BauGB erfüllt sein müssen. Die Möglichkeit der Überprüfung der Dateneingabe des Anwenders in bezug auf gesetzliche Bestimmungen kann in einem GIS daher weitestgehend realisiert sein. So ist bei der Baufläche in einem Bebauungsplan z.B. das Maß der baulichen Nutzung nach den Höchstangaben nach § 17 Abs. 1 BauNVO zu überprüfen. Sicherheitsmechanismen die von uns je nach Wunsch implementiert werden, können z.B. eine Meldung ausgegeben, wenn die Grundflächenzahl einer Baufläche mit den entsprechenden Baufenstern nicht realisiert werden kann.

Darstellung nach Planzeichenverordnung

Die Planzeichenverordnung (PlanZV 90) sieht für die Ausgestaltung eine farbige, eine schwarz/weiße und eine schwarz/weiß-Raster-Darstellung vor. Die Ausgabe ist daher in allen drei Varianten möglich sein.

Konstruktionswerkzeuge

In einem Gis, welches die zur Erstellung von Bebauungsplänen genutzt wird, ist es zweckmäßig entsprechende Kontruktions- werkzeuge zur Verfügung zu stellen. So müssen z.B. Splines, Eckausrundungen, Kreise und Kreis- bögen unterstützt werden. Funktionen wie paralleles Absetzen von Linien und Punkten, Lotfällen und Verlängerungen müssen ebenfalls zu realisieren sein.

Termin-Controlling

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Möglichkeit, alle Termine und Fristen (z.B. Bekanntmachungs- und Einspruchsfristen) zu einem Bebauungsplan in eine Liste einzutragen. Dadurch ist jederzeit eine Übersicht über die einzuhaltenden Termine möglich.

Ökologische Bewertung

Um für die Abwägung umweltschützender Belange sinnvolle Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, muss der ökologischen Bewertung besondere Bedeutung beigemessen werden. Die Daten werden von der Kommune auf unterschiedliche Weise geliefert. Üblicherweise wird durch komplexes Kartenmaterial, u.a. farbige Luftbilder, eine ökologische Gesamtübersicht gestaltet. Die Daten des Feldvergleichs werden dann von Ihnen, oder von einem unserer Mtarbeiter Bearbeiter ins GIS gebracht. Da es noch keine bundeseinheitliche Bewertungsmethode gibt, kann z.B. durch argumentative Begründungen oder durch eine Bewertungsliste eingestuft werden. Nach vollständiger Datenerfassung muss es daher mit Hilfe eines Gis möglich sein eine Aussage über Ausgleichs- bzw. Ersatzflächen zu treffen.

Ökologische Bilanzierung

Die ökologischen Werte der Bestandsflächen und der Eingriffs-Flächen (Planung) können getrennt eingegeben, aufsummiert und dokumentiert werden. Nach einer automatischen Verschneidung aller Flächen kann die Bilanz aus Bestand und Eingriff gegenübergestellt werden.

Fachanwendung Baum- und Grünflächenkataster

Die Fachanwendung Baum- und Grünflächenkataster dient der Dokumentation und Fortschreibung von Informationen über den Bestand und Zustand von Bäumen und Grünanlagen (einschl. Spielplätzen) einer Kommune.

Baumkataster

Das Baumkataster unterstützt die detaillierte Erfassung, Verwaltung und Fortführung des Baumbestandes einer Kommune. Im Rahmen des Baumnachweises werden alle notwendigen Objektklassen verwaltet. Eine Bestandsdokumentation ist damit leicht zu führen. Die graphische Darstellung der Bäume erfolgt über größen- oder vitalitätsgradabhängige Baumkronensymbole. Um Pflegemaßnahmen einfach zu ermitteln, bieten wir einen Schadens- und Maßnahmenkatalog an. Der Anwender erhält aufgrund der im Baumzustand dokumentierten Schadensart Vorschläge für sinnvolle Pflegemaßnahmen. Aus einer Liste kann die geeignete Pflegemaßnahme ausgewählt und dem betroffenen Baum zugeordnet werden. Darüber hinaus lässt sich vom Anwender leicht ein Baumpflegebuch erstellen. Mittelpunkt des Baumkatasters ist die Objektklasse Baum. Die vom Nutzer individuell zu gestaltenden Editor- Seiten enthalten Sachattribute gruppiert nach Angaben zu Ordnungsmerkmalen, zur Standortbeschreibung, zu Baummerkmalen sowie zur Erfassung bzw. Fortführung. Zur Beschreibung einer Gruppe von dicht beieinander stehenden Bäumen wird die Objektklasse Baumgruppe angeboten. Alle Informationen über den Vitalitätsgrad, differenziert nach Bestimmungsart, werden in der Klasse Baumvitalität geführt und durch entsprechende Symbole in der Kartengrafik unterschieden. Eventuelle Schädigungen eines Baumes werden in der Klasse Baumzustand dokumentiert. Zur Vereinfachung der Eingabe stellt das GIS einen Katalog von Schadensarten bereit, der vom Anwender erweitert werden kann. Baumgutachten können in der gleichnamigen Objektklasse als Textdokument und/oder digitale Bilder abgelegt und sofort betrachtet werden. Zur Planung und Dokumentation von Pflegemaßnahmen zu einem Baum steht eine eigene Objektklasse zur Verfügung. Mit ihr werden Daten wie Datum, Kosten, Belegnummer etc. verwaltet. Aufgrund der dokumentierten Schadensart erhält der Anwender einen Vorschlag für sinnvolle Pflegemaßnahmen, was die tägliche Arbeit deutlich vereinfacht.

Grünflächenkataster

Das Grünflächenkataster ermöglicht die Erfassung, Dokumentation und Fortführung von Daten zu Grünanlagen und Spielplätzen (einschl. Ausstattung und Spielgeräten) im Rahmen der kommunalen Grünflächenverwaltung. Die zentrale Objektklasse ist die Grünanlage. Eine Grünanlage ist in Grünanlagenteile gegliedert, die wiederum aus einzelnen Grünflächen oder Spielflächen bestehen können. Zu einer Grünanlage werden Ordnungsmerkmale (z.B. Name, Straße, Aktennummer), die Grünanlagen-Geometrie und Erfassungs- und Fortführungsinformationen verwaltet. Die Objektklasse Grünanlagenteil beinhaltet spezifische Verwaltungsinformationen, wie eindeutige Nummer des Anlagenteils, Plannummer, Fertigstellungsdatum bis hin zum Flächeninhalt. Weitere Grünflächeninformationen werden in Objektklassen verwaltet, die in Beziehung zum Grünanlagenteil stehen. Die Objektklasse Grünfläche ermöglicht die Dokumentation der Nutzungsart (z.B. Vegetations-, Verkehrs- oder Wasserfläche) einer abgegrenzten Teilfläche einer Grünanlage. Jeder Grünfläche können Maßnahmen zugeordnet werden, die durch Attribute, wie Angaben der Belegnummer, Kosten und der bezogenen Haushaltsstelle, beschrieben sind. Die Objektklasse der Nutzungsanteile ermöglicht eine weitere Differenzierung der Nutzung von Grünflächen. Spielflächen, die einem Grünanlagenteil zugeordnet sind, bieten dem Anwender Informationen zu Fläche, Spielflächenschlüssel, Spielbereich, etc. Es werden Beziehungen zu Spielgerät- und zu Schadstoffmessungs-Objekten gepflegt. Für Spielgeräte werden Daten zur Lage (Punktgeometrie), zur Bezeichnung und Nummer des Gerätes, zum Hersteller, zum Aufstelldatum, zum voraussichtlichen Erneuerungszeitpunkt und zur entsprechenden Kostenschätzung verwaltet. Das Grünflächenkataster umfasst eine Reihe von Katalogen, z.B. zu Spielgerätekategorien, Wartungsmaßnahmen und Maßnahmen auf Spielflächen, und kann damit gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Anwender zugeschnitten werden.

 

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