GPS im Kataster

Der Einsatz von GPS war, wie bereits erwähnt, bisher auf das sogenannte Postprozessing-Verfahren beschränkt. Die Einsatzmöglichkeiten waren gekennzeichnet durch die hohen Gerätekosten, lange Beobachtungszeiten und hohe Personalkosten.

Real-Time GPS-Systeme sollen dem Praktiker, der vielfach dem GPS-Verfahren noch sehr skeptisch gegenüber steht, zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Hersteller vertreiben Komplettlösungen für den Anwender, die ihn ohne entsprechendes Vorwissen in die Lage versetzen, Koordinaten im Felde zu messen. Doch was verbirgt sich hinter diesen Koordinaten? Wie entstehen sie und mit welchen Genauigkeiten können diese Koordinaten reproduziert werden?

Es ist leider vielfach festzustellen, dass die Anwender gar nicht mehr wissen was sich hinter den Empfängern verbirgt und welche Sicherheitsmechanismen zu beachten sind. Die Industrie verkauft diese Geräte teilweise nach der Black-Box Mentalität, dadurch werden Fehler produziert die bei entsprechender Ausbildung hätten vermieden werden können.

Ein weiteres Problem beim Einsatz von GPS in der Katastervermessung ist die nachbarschaftstreuen Anpassung. Die stille Hoffnung, mit der Einführung der neuen Verfahren die Pflege und Fortführung der Grundlagennetze aufgeben zu können, setzt ein homogenes Netz voraus. Kein Bundesland besitzt flächendeckend Grundlagennetze, die diesen Anforderungen gerecht werden. Zwar wurden in der vergangenen Zeit die Netze höherer Ordnung in den neuen Genauigkeitsrahmen ( z.B. ETRS 89 ) eingepasst, allerdings werden diese Potentiale i.d.R. nur in der Landesvermessung und nicht im Kataster genutzt. Es ergeben sich nun drei verschiedene Möglichkeiten der Übernahme von Messdaten in das behördliche Vermessungswesen.

  • Neumessung und Analyse alter Messungen zur Schaffung eines einheitlichen Genauigkeitsstandards
  • Realisierung durch lokale Transformationen ( Kalibrierungen ) in das vorhandene Netz.
  • Registrierung von Koordinaten im Koordinatensystem der Permanentstationen, ohne Bezug zu alten Messungen.

Mit dem misslichen Zustand, die bessere Messungen in schlechte Netze einpassen zu müssen, wird trotz GPS  keine Genauigkeitssteigerung erreicht werden können. Eine teilweise Neuvermessung der Netze und eine Analyse alter Messungen könnten allerdings heutigen Genauigkeitsanforderungen gerecht werden. Die damit verbundenen Kosten und ein geringes Interesse von behördlicher Seite werden einer Realisierung  noch eine ganze Weile im Wege stehen.

Seit geraumer Zeit setzen wir im Bereich Kataster auf die beiden Programmsysteme Geo 8 Outdoor von der Firma Geosoft, sowie auf den Trimble Survey Manager. Im Trimble Survey Manager benutzen wir weiterhin das Programm Xtra, welches uns mit Hilfe einer Datenbank eine schrittweise Transformation in den Gauß-Krüger Bezugnsrahmen ermöglicht.

Die Transformation gliedert sich in zwei Schritte. Zuerst wird über die Datenbank ein Rahmen gewählt, welcher mit identischen TP’s in der näheren Umgebung einen Transformationsparametersatz bestimmt. Mit diesen schon recht genauen Parametern gehen wir dann in einem zweiten Schritt in die nachbarschaftsreue Anpassung, welche mit Geo 8 Outdoor durchgeführt wird.

So erzielen wir einerseits die Realisierung einer nachbarschaftstreuen Anpassung, ohne z.B. auf Transdienste mit unbekannten Parametern und Passpunkten zurückgreifen zu müssen, andererseits registrieren wir die neu geschaffenen Punkte bereits in einem hohen Bezugsrahmen.

Leider will derzeit die Katasterverwaltung diese Daten im hohen Genauigkeitsrahmen nicht haben. Die Katasterverwaltung plant die Einführung von ETRS 89 nicht vor 2009.

Schade eigentlich…………..und wer hat sich ETRS 89 ausgedacht?

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