Historisches

Auf der nachfolgenden Seite möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick zum historischen Bereich des Paradeplatzes geben.

Bei den beiden nachfolgend beschriebenen Gebäuden handelt es ich um die ehemalige Kommandantur (Paradeplatz 10) und um die ehemalige Festungskasse ( Altes Katasteramt ) welches wir seit 2001 für unser Büro nutzen dürfen.

Paradeplatz 10 ( Kommandantur )

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Erbaut wurde das Gebäude 1705 durch Baumeister Pelli (geb. 1656 in Lugano), der maßgeblich die Neugestaltung des Neuwerks im Auftrag des Dänischen Königs plante. Die ehemalige Kommandantur wurde zunächst als Privathaus für den Prinzen Prinz von Glücksburg gebaut und ist dann 1761 in Besitz von Frederik V. übergegangen.

Während der Zeit der Erhebung (1848 bis 1852 ) befand sich im Gebäude die Regierung Schleswig-Holsteins.

Von 1761 bis 1864 war dann das Gebäudee dänische Kommandantur und nachdem die Preussen die Dänen in der Schlacht an den Düppeler Schanzen besiegten, von 1866 bis 1918 preußische Kommandantur.

Im Erdgeschoss befanden sich Wohn- und Diensträume des Festungskommandanten und im 1 Obergeschoss ein Rokoko-Saal mit Stuckdecke und Kaminen.

Am 18.03.1803 verstarb hier König Christian VII., der sich in seiner südlichsten Festungsstadt aufhielt, nachdem Kopenhagen von den Engländern durch eine Seeblockade belagert wurde.

Seit 1919 Finanzamt war das Gebäude dann Finanzamt und seit 1954 befindet sich es sich im Privatbesitz der Familie Knudsen / Grünewald

Heute befindet sich in dem Gebäude ein Wohnungsbauunternehmen, eine Anwaltskanzlei, eine physiotherapeutische Praxis, sowie die Geschäftsstelle der CDU.

Paradeplatz 9 ( Festungskasse und ehemaliges Katasteramt )


Erbaut wurde das Gebäude um 1698 in Form eines Backstein-Traufenhaus. Wahrscheinlich handelt es sich auch hierbei um einen Pelli-Bau, der ursprünglich Garnisonskasse zur Verwaltung des Soldatensolds war.

Neuer Forschungen in den Archiven gehen allerdings davon aus, da auch dieses Gebäude zunächst für eine adelige Privatperson errichtet wurde.

Im Eingangsbereich des Flures soll eine Geldrutsche installiert gewesen sein, die vom Erdgeschoss in den Keller führte. Bei den Renovierungsarbeiten des Kellergeschosses im Jahre 2006 wurde im vorderen Bereich der Flurdecke auch ein verfülltes Loch gefunden.

Von dem charakteristischen Treppenaufgang, der zunächst aus Holz bestand und lediglich zu einer Seite eine Treppe aufwies, sprachen dänische und preußische Offiziere zu ihren Truppen. Auf den Paradeplatz sollen nach Schätzungen mehr als 120.000 Menschen passen. Diese Zahl wurde sicherlich nie erreicht.

Unter anderem sprachen hier auch die Bundeskanzler Adenauer, Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß während seiner Kandidatur zum Bundeskanzler.

Anfang der preußischen Zeit wurde das Gebäude dann als Amtsgericht genutzt und nachdem die Katasterämter eigenständige Behörden wurden, ab 1903 als Katasteramt.

Bis 1924 wurde das Gebäude dann zusammen mit der Kreiskasse genutzt und von 1945 bis 1948 erfolgte eine Beschlagnahme durch die britische Besatzungsmacht. In dieser Zeit wurde das Katasteramt in den Gebäuden des ehemaligen Zollhauses ( Materialhofstraße ) untergebracht.

Bis 2004 war in dem historischen Gebäude das Katasteramt untergebracht, welches dann allerdings mit verschiedenen anderen Ämtern in Kiel zusammengelegt wurde. Nach der Renovierung sind nun in dem Gebäude Büroflächen entstanden, die u.a. eine Baufinanzierungsfirma, eine Jogaschule, eine Behindertenbetreuungseinrichtung und unser Vermessungsbüro beherbergt.

Paradeplatz


Das größte Gebäude am Paradeplatz ist die Christkirche, die in den Jahren 1694 bis 1700 als Garnisionskirche erbaut wurde. Der Name sollte Christus und König Christian IV. gleichermaßen ehren.

Daneben befand sich der Sitz des Generalsuperintendenten, welcher als höchster Kirchenvertreter in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, hier seinen Geschäften nachging. Später war das Gebäude Sitz der Landräte, danach Polizei und ist heute noch im Beitz des Kreises. Hier wohnte u.a. auch Struensee!

Weitere Nachbargebäude sind das Arsenal, das Hohes Arsenal welches um 1669 gebaut wurde und das niederes Arsenal (1740).

Ein bedeutendes Relikt aus der Festungszeit der Stadt Rendsburgist u.a. das Provianthaus, das Weinhaus und die Hauptwache.

Rendsburg ( ein kurzer Abriss )

  • Gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Reinoldsburg erwähnt
  • Um 1199 die erste urkundliche Erwähnung
  • Ab ca. 1540 erste Stadtbefestigung.
  • Ausbau zu Militärstützpunkt wegen eines Krieges mit Lübeck, welches die dänische Herrschaft nicht anerkannte. Da auch Kaiser Karl V die dänische Herrschaft nicht anerkannte, war Absicherung nach Süden wichtig.
  • Ende der 2ten Hälfte 16. Jahrhunderts begann man mit dem Bau des Schlosses
  • Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt durch Wallenstein (die kaiserlichen) besetzt
  • Danach erfolgte eine Besetzung durch die Schweden machdem zuvor eine halbjährige Belagerung erfolgte
  • Ab 1669 wurde dann der Ausbau zur Festung durch Henrik Ruse vorangetrieben, allerdings waren die Festungsanlagen schon bei Fertigstellung 1673 veraltet
  • Eine neue Stadtbefestigung nach modernem Konzept erfolgte dann durch General Major Jobst v. Scholten in den Jahren 1685-1701, deren Ausführung durch den Militätarchitekten Pelli erfolgte.
  • Durch diesen Ausbau entstand der Stadtteil Neuwerk gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Ansiedlungen wurden gefördert, Bauplätze unentgeltlich zur Verfügung gestellt und es erfolgte eine Befreiung von Zöllen für Baumaterialien und Zuschüsse für Neubauten.
  • Ein radial aufgebautes Straßennetz mit dem Paradeplatz in der Mitte, sektorenförmige Quartiere, prägen das Bild des Neuwerks, welches dem Vorbild einer italienischen Renaissancestadt abgeschaut wurde.
  • Die Straßenbenennung am Paradeplatz erfolgte nach Sitzordnung an der Königstafel (Mitte König, rechts davon Königin und Prinzen, links Kronprinz und Prinzessinnen. Auf gegenüberliegenden Seite der Tafel die Herren, die Barone, die Grafen, die Ritter, die Träger des Elefantenordens. Auf der Tafel: Grün, Violen, Rosen, Lilien und Tulipan.
  • Rendsburg wird nachfolgend die stärkste Festung des Herzogtums. Handel und Wirtschaft blieben aber eher unbedeutend. Bewegung und Leben gab es nur in Kriegszeiten.
  • 1852 erfolgte die Schleifung der Festung. Dänemark erhält nach Frieden von Olmütz die von Preußen besetzten Herzogtümer Schleswig und Holstein wieder zurück. Die Ereignisse der Erhebung von 1848 hatten gezeigt, dass Rendsburg mit reiner deutscher Bevölkerung keine dänischen Ambitionen hatte.


Christian VII; König 1766-1808


  • 1806 Kaiser Franz II legt Kaiserkrone nieder und läutet damit das Endes des Deutschen Reiches ein. Dänemark verleibte sich Holstein ein, welches allerdings schon zuvor zum dänischen Gesamtstaat gehörte.
  • Napoleon erließ eine Kontinentalsperre, um England wirtschaftlich zu bezwingen. Dänemark blieb zwar neutral, geriet aber zwischen die Fronten. England erklärte Dänemark den Krieg (4.11.1807), zerstörte Kopenhagen und bemächtigte sich der dänischen Flotte
  • Ein Hilfsheer Napoleons mit 30.000 Mann, bestehend aus Spaniern und Franzosen, zog durch Rendsburg und musste in der Stadt aufgenommen werden.
  • Wegen der englischen Angriffe auf Kopenhagen wurde der kranke Christian VII. im August 1807 nach Rendsburg verbracht und hielt sich hier mit 50 Hofbeamten in der Kommandantur auf. Er erlitt einen epileptischen Anfall und verstarb am 13.3.1808 beim Durchzug des o.a. Heeres.
  • Neuer König wurde Frederik IV und es erfolgte eine vorläufige Beisetzung in Rendsburg. Die Aufbahrung wurde vom 26.04. bis zum 7.05. im großen Saal der Kommandantur abgehalten. Zwischen 16 und 18 Uhr hatte die Bevölkerung Zutritt. Alle Kirchenglocken Rendsburg läuteten zu der Zeit.
  • Am 14.05.1808 wurde dann der Sarg in die Christkirche überführt. 12 Obristen trugen den 1100 Pfund schweren Sarg. Die Prozession soll 3 Stunden gedauert haben
  • Erst nach 6 Jahren erfolgt die Überführung in den Dom von Roskilde